Für die heutige Folge war eine E-Mail ausschlaggebend, die mich über meinen Kräutershop erreicht hat. In dieser wurde ich gefragt, ob ich eine Kräutermischung für ein Pferd mit Magenproblemen parat hätte. Leider habe ich für solche Fälle keine fertige Standardmischung oder vorformulierte Antwort parat – denn wie so oft gilt auch hier: „Es kommt darauf an.“. In dieser Podcastfolge möchte ich euch ein paar Denkanstöße und Hinweise geben, wenn ihr das Gefühl habt, dass euer Pferd unter Magenschmerzen leidet.

Eine spezielle Magenmischung habe ich nicht, da ich immer sehr gerne individuell Kräuter wähle. In meiner Pferdepraxis habe ich schon häufig erlebt, dass kaum ein Krankheitsverlauf dem anderen gleicht und die Ursachen sehr vielschichtig sein können. Daher finde ich ein ursachenorientiertes Gespräch extrem sinnvoll, damit keine relevanten Informationen verloren gehen.

Versuche dich in dein Pferd hineinzuversetzen. Kann dein Pferd in Ruhe Fressen oder wird es ständig geschickt? Hat es genug Zeit sein Kraftfutter ordentlich einzuspeicheln oder gibt es Futterneid? Die Verdauung beginnt bereits im Maul, daher ist ein stressarmes und langsames Fressen sehr wichtig für die Gesundheit.

Ich könnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, wenn ich einfach „schnell“ die Kräutermischung XYZ empfehle, daher werde ich niemals solch eine Mischung in mein Sortiment aufnehmen, denn dies suggeriert, dass sich mit Kräutergabe alle Probleme in Luftauflösen.

Die Kernfrage ist: Warum hat dein Pferd Magenprobleme?

Jedes Individuum hat eine individuelle Resilienz und bewertet vermeintlich reizarme Situationen anders. Je nach Naturell können „Kleinigkeiten“ ein Pferd schon erheblich belasten. Jegliche Form von Stress triggert die Histamin-Ausschüttung aus den Mastzellen der Schleimhäute, die auch die Magensäureproduktion anregt und entsprechend die Schleimhäute reizen kann.

Für nachhaltige Hilfe können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Welche Symptome gibt es? Leerkauen, Gähnen nach der Kraftfutteraufnahme, Gurtzwang, Kotwasser, Durchfall, allg. Verdauungsprobleme, Schmerzgesicht…

  • Gab es einen Vorfall / Auslöser für die Symptome? Umzug in einen neuen Stall, schlechte Futterqualität, …

  • Ist das Grundfutter (Heu) qualitativ hochwertig?

  • Hat das Pferd Schmerzen?

  • Werden die Grundbedürfnisse nach Futter, Wasser, Ruhe, Sozialkontakten, Bewegung und Reizen befriedigt?

Bei körperlichen Beschwerden, Stress und Schmerzen spielt die Psyche immer eine Rolle! Oft reichen Kräuter nicht, sondern es müssen mehrere Stellschrauben gedreht werden (Haltung, Fütterung…). Wenn du nicht bereit bist etwas zu verändern, wird es wahrscheinlich keine Besserung geben und dabei wird auch keine Kräutermischung helfen.

Kräuter können durchaus unterstützend wirken, doch eine der Hauptfragen ist und bleibt: Was braucht mein Pferd wirklich?

unterstützende Kräuter und Futtermittel:

  • Eibischwurzel: enthält Schleimstoffe, die Reizungen der Schleimhäute (Magen, Atemwege) lindern

  • Kamillenblüten: haben eine entzündungshemmende Wirkung und wirken entspannend und schützend auf den Verdauungstrakt

  • Tulsikraut: wirkt gegen Stress, ist antibakteriell und wundheilfördernd

  • Mädesüßkraut: wirkt entzündungshemmend und schont die Schleimhäute

  • Mikrobiom-Paket: unterstützt den kompletten Verdauungsapparat

  • Vitalpilz Hericium: unterstützt den Verdauungsapparat und die Magenschleimhäute

Bei der Bewältigung von Stresssituationen nutze ich gern die Kraft der Seelenpflanzen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, hör‘  dir gern  die Folge #07 des Kraftpferdpodcasts an.

Wenn du auf der Suche nach Hilfe bist, buche dir hier ein kostenfreies 15 Minuten-Mini-Mentoring zur ersten Orientierung:

Deine

Vicky Hollerbaum

Wenn du Fragen hast, freue ich mich über deine E-Mail!